Was tun bei Auftragsflaute? 5 Tipps für Freelancer
Wie können Sie sich auf eine Auftragsflaute vorbereiten?
Eine grundsätzliche Empfehlung für alle, die mit dem Gedanken spielen, sich selbständig zu machen, ist die Erstellung eines Businessplans. Je nach Konzept kann dieser mehr oder weniger umfangreich ausfallen, er sollte sich aber immer mit folgenden Punkten auseinandersetzen:
- Was wollen Sie verkaufen? Das können sowohl Dienstleistungen (zum Beispiel Texterstellung, Webdesign, Software-Programmierung, Unternehmensberatung etc.) als auch Produkte sein.
- Wer ist Ihre Zielgruppe? Hier geht es konkret darum, zu überlegen, wem Sie Ihre Dienstleistungen oder Produkte verkaufen möchten.
- Was macht Sie beziehungsweise Ihr Business einzigartig? Gerade Freelancer unterstützt dieser Punkt später bei der Bewerbung auf Projekte.
- Wie sind Sie auf eine Auftragsflaute vorbereitet? Dieser Punkt hat nichts mit negativem Denken zu tun, sondern mit einer realistischen Einschätzung und damit auch Vorbereitung auf Zeiten, an denen die Auftragslage eher schwach ist. Ein finanzielles Polster gehört dabei von Anfang an dazu.
Wie genau ein Businessplan aufgebaut sein sollte, welche Punkte Sie beachten sollten und was es sonst noch beim Start in die Selbständigkeit zu bedenken gibt, fasst dieser Artikel in den exali News & Stories zusammen: Wie werden Sie Freelancer? Das müssen Sie beachten.
Es gibt natürlich noch viele weitere Punkte, die ein Businessplan beinhalten sollte – aber die Fragen nach Angebot, Zielgruppe und einem Finanzplan sind essentiell für alle Selbständigen – egal ob Unternehmen oder Freelancer.
Hiermit legen Sie das Fundament für Ihr Business und sind vorbereitet auf Tage, an denen die Aufträge auf sich warten lassen. Denn: Wenn Sie bereits einen Betrag X für die Zeiten einer Auftragsflaute beiseitegelegt haben, ist es auch einfach die folgenden Tipps anzugehen, um neue Auftraggeberinnen und Auftraggeber an Land zu ziehen.
#1 Wie reagieren Sie auf eine Auftragsflaute?
Wenn die Aufträge auf sich warten lassen, ist es zunächst einmal sinnvoll, sich anzusehen, warum. Denn eine Auftragsflaute kann verschiedene Gründe haben – sowohl externe, wie etwa der Ausbruch einer weltweiten Pandemie im Jahr 2020 zeigte – aber auch interne. Diese können beispielsweise folgende sein:
- Sie haben Ihr Business zu sehr von einer Kundin oder einem Kunden abhängig gemacht und diese sind abgesprungen oder haben aktuell keine neuen Aufträge für Sie.
- Sie haben ein Projekt früher abgeschlossen als geplant und sich nicht rechtzeitig um Folgeaufträge bemüht.
- Sie haben zu viele Aufträge auf einmal angenommen und unter Druck zu schlechte Qualität abgeliefert, was dafür gesorgt hat, dass Kundinnen oder Kunden abgesprungen sind oder Sie keine Folgeaufträge erhalten haben.
Was immer die Gründe für die aktuelle Auftragsflaute sind: Seien Sie ehrlich zu sich selbst und gestehen Sie sich gemachte Fehler ein. Nur so können Sie aus ihnen lernen und für die Zukunft besser planen.
#2 Wie entwickeln Sie Ihr Business weiter?
Haben Sie sich die Gründe für die aktuelle Auftragsflaute genauer angesehen, können Sie sich Gegenmaßnahmen überlegen. Das kann beispielsweise so aussehen:
Überarbeitung des eignen Internetauftritts
Gerade bei einem digitalen Business ist die eigene Webseite wie eine Visitenkarte. Deshalb schauen Sie sich an, ob die Informationen dort noch auf dem aktuellen Stand sind oder ob Sie neue Kundenreferenzen oder Zertifikate einfügen können. Ebenfalls wichtig ist das Thema Suchmaschinenoptimierung.
Je besser Ihre Seite nach SEO-Aspekten optimiert ist, desto besser wird sie auch von potenziellen Kundinnen oder Kunden gefunden. In einem Gastbeitrag auf diesem Blog hat Online-Marketing-Profi Lisa Rudolf bereits einige gute SEO-Tipps zusammengefasst.
Eigenwerbung
Eine Auftragsflaute lässt sich gut nutzen, um sich mit dem Thema Marketing auseinanderzusetzen und die Werbetrommel für das eigene Business zu rühren.
Das kann zum einen digital sein – beispielsweise über Beiträge (Bilder, Artikel, Videos etc.) auf sozialen Netzwerken oder Businessplattformen wie LinkedIn – oder aber auch auf branchenrelevanten Events. Wer gut darin ist, vor Menschen zu sprechen, kann sich auch um Speaker-Plätze bewerben und so die eigene Expertise mit einem größeren Publikum teilen.
Weiterbildungen
Nutzen Sie die ruhige Zeit, um sich neues Wissen – beispielsweise über eine Weiter- oder eine Fortbildung anzueignen und so unter Umständen auch weitere Qualifikationen zu erwerben.
Eine weitere Möglichkeit ist auch, Ihre Vertriebskanäle genau anzusehen – eventuell gibt es neben dem „klassischen“ Business auch andere Arten, mit Ihrer Expertise Geld zu verdienen. Gerade die Bereiche Social Media oder Podcasts bieten hier viele Möglichkeiten. Auf diese Weise erschließen Sie vielleicht sogar komplett neue Geschäftsfelder.
#3 Wie gelingt die Neukundenakquise?
Vielleicht haben Sie die Neukunden-Akquise während auftragsreicher Phasen zu sehr schleifen lassen. Während der ruhigen Zeit können Sie sich dafür nun umso mehr auf die Akquise neuer Kundinnen und Kunden konzentrieren. Schauen Sie sich dazu auch an, wer genau Ihre Zielgruppe ist und über welche Kanäle Sie diese am ehesten erreichen können.
#4 Sollten Sie ehemalige Kundschaft kontaktieren?
Nicht nur neue Kundinnen und Kunden können für neue Aufträge sorgen – in manchen Fällen lohnt es sich auch, mit ehemaligen Auftraggeberinnen, Auftraggebern oder Projektvermittlungen in Kontakt zu treten.
Der Vorteil hier: Sie kennen sich bereits und haben im besten Fall bereits erfolgreich zusammengearbeitet. Lassen Sie also einfach mal wieder von sich hören – vielleicht steht ja in naher Zukunft wieder ein Projekt an, dass Sie übernehmen können.
#5 Wie nutzen Sie Ihr Netzwerk?
Networking ist mehr als nur ein Buzz-Begriff aus dem Marketing – für Freelancer ist der Auf- und Ausbau eines eigenen Netzwerkes sogar essentiell. Gerade auf Business-Plattformen wie LinkedIn teilen Freelancer oft auch Projekte, wenn sie beispielsweise selbst gerade keine Zeit haben und ein Austausch über einen Coworking-Space kann ebenfalls zu Kooperationen oder sogar neuen Aufträgen führen.
Wie Networking Ihr Business unterstützen kann und welche Möglichkeiten es zum Netzwerken gibt – vor allem für diejenigen, denen das Thema eigentlich gar nicht so liegt – haben wir in folgendem Artikel bereits erläutert: Wie geht Networking? Tipps für Freelancer.
Neue Chancen durch Auftragsflaute?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie mit einer Auftragsflaute umgehen können. Bewahren Sie erst einmal einen kühlen Kopf und versinken Sie nicht gleich in Selbstzweifeln oder nehmen Sie nicht wahllos schlecht bezahlte Aufträge an.
Wichtig ist, dass Sie ruhigere Zeiten einplanen und durch eine entsprechende finanzielle Rücklage nicht sofort in Zahlungsverzug kommen. Dann könne Sie die Zeit nutzen, um sich und Ihr Business weiterzuentwickeln.
Es wird immer wieder Phasen geben, in denen sich Ihr Umsatz nicht wie geplant entwickelt. Gerade in diesen Zeiten entstehen jedoch einige gute Ideen, da Sie sich besonders den Kopf zerbrechen (müssen).