Wie erstellen Freelancer ein Portfolio?

Wollen Sie als Freelancer neue Kundschaft gewinnen? Dann benötigen Sie ein sauber strukturiertes und ansprechendes Portfolio, das Sie und Ihre Arbeit gut widerspiegelt. Im Artikel verraten wir, wie Sie sich und Ihre Projekte professionell in Szene setzen.

Was ist ein Portfolio und warum brauchen Sie eins?

Gerade in der Anfangsphase ist es wichtig, potenzielle Kooperationspartnerinnen und -partner, sowie Kundinnen und Kunden von Ihrer Expertise und Ihrem Angebot zu überzeugen. Dazu gehörte zum einen, für Ihre Geschäftsidee zu werben, aber auch zu zeigen, welche (Berufs-)Erfahrungen Sie bereits haben. Die eigenen Fähigkeiten bestmöglich zu präsentieren, ist gerade für Freelancer essentiell – am besten funktioniert das über ein Portfolio.

Ein Portfolio, also eine Sammlung und Präsentation Ihrer Arbeiten, ist vor allem für Freelancer aus kreativen Bereichen wie Web- und Grafikdesign, Motion Graphics, 3D Design, Illustration, Texterstellung und bei ähnlichen Tätigkeiten wichtig. Aber auch Freiberuflerinnen und Freiberufler aus Bereichen wie IT und Technik, Buchhaltung, Steuern, Office-Assistenz oder Beratung etc. sollten ihre Fähigkeiten präsentieren. Hier sind Kundenreferenzen die sinnvollere Variante.

In einem Portfolio organisieren Sie Ihre besten Arbeiten in einer Sammlung. Nach Fertigstellung lässt sich dieses nutzen, um potenziellen neuen Kundinnen und Kunden zu zeigen, was Sie können. Hier stellen Sie nicht nur Ihre Erfahrung unter Beweis, sondern auch Ihre Kreativität und die Fähigkeit in verschiedenen Projekten erfolgreich zu arbeiten.

Im Idealfall gewinnen Sie so Vertrauen und neue Aufträge, denn die Angaben in Ihrem Portfolio können neue Auftraggeberinnen und Auftraggeber verifizieren und wissen so genau, was sie bei einer Zusammenarbeit mit Ihnen zu erwarten haben.

 

Worauf kommt es bei der Portfolio-Erstellung an?

Es gibt nicht das eine richtige Portfolio. So wie unterschiedliche Branchen und Professionen existieren, können auch Portfolios verschiedenen Zwecken dienen.

Legen Sie die Art des Portfolios fest

Die erste wichtige Unterscheidung erfolgt zwischen einer Online- und Offline-Version. Onlineversionen sind inzwischen natürlich viel weiter verbreitet, schließlich sind sie unheimlich praktisch und Ihre Arbeiten sind überall, wo es eine halbwegs stabile Internetverbindung gibt, schnell zugänglich.

Das Offline-Portfolio ist aber längst nicht tot: Sind Sie zu einem Vorstellungsgespräch in Präsenz eingeladen, ergibt sich hier eine gute Gelegenheit, vor Ort zu zeigen, an welchen Projekten Sie bereits gearbeitet haben und Sie können Fragen direkt beantworten.

Doch auch inhaltlich existieren verschiedene Varianten des Portfolios. Das klassische Portfolio kommt meist im Kreativbereich zum Einsatz und setzt sehr auf visuelle Reize. Illustratorinnen, Illustratoren und Designer präsentieren so zum Beispiel ihre Werke.

Je nach Projekt können sie auch anderes beinhalten. Angehörige der IT-Branche berufen sich etwa auf Referenzen, also persönliche Empfehlungen, die sie für künftige Tätigkeiten qualifizieren. Das geschieht in Form einer Referenzliste, in der die Referenzgeberinnen, Referenzgeber und Projekte aufgelistet werden – unter anderem mit folgenden Informationen:

Portfolios können sich sehr voneinander unterscheiden, je nachdem in welcher Branche Sie arbeiten und was im angestrebten Projekt gefordert ist.

Holen Sie sich Inspiration

Auch wenn Ihr Portfolio sich und Ihre Arbeit widerspiegeln soll, spricht nichts dagegen, sich ein wenig von Kolleginnen und Kollegen aus der Branche inspirieren zu lassen, bevor Sie loslegen. Schauen Sie sich einfach passende Portfolios an und machen Sie sich klar, welche Fähigkeiten, aber auch welche Atmosphäre sie vermitteln. Das wird Ihnen helfen, sich und Ihr Portfolio noch besser im Markt zu positionieren.

Tipp:

Ein gelungenes Portfolio hilft, neue Aufträge zu generieren. Wenn die doch mal ausbleiben, haben wir hier einige Anregungen für Sie: Was tun bei Auftragsflaute? 5 Tipps für Freelancer.

Wähle Sie die passende Vorlage

Wollen Sie ein Online-Portfolio erstellen, brauchen Sie eine Website. Dafür gibt es verschiedene Angebote, die Ihnen den Prozess der Erstellung möglichst vereinfachen wollen, etwa Adobe, Squarespace oder Flipsnack.

Die meisten von ihnen arbeiten mit Templates – so haben Sie ohne großen Aufwand gleich ein ansprechendes Layout, in dem potenzielle Kundschaft Ihre Arbeiten bewundern kann. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind dabei nahezu endlos, von der Galerie bis zum Onepager sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Versetzen Sie sich in Ihre Zielgruppe

Ihr Portfolio soll Kundinnen und Kunden von Ihrer Arbeit überzeugen. Damit das gelingt, hilft es, das Ganze aus der Kundenperspektive zu betrachten:

Wenn Sie diese Fragen sorgfältig und ehrlich beantworten, wird Ihr Portfolio wesentlich authentischer und potenziellen Kundschaft findet genau das, was sie braucht, um sich für Sie zu entscheiden.

Setzen Sie auf die richtigen Inhalte und Funktionen

Da die Vorarbeit nun abgeschlossen ist, können Sie sich jetzt mit den konkreten Inhalten Ihres Portfolios auseinandersetzen. Doch auch wenn es möglich ist, Ihr Portfolio ganz individuell zu gestalten, sollten Sie auf bestimmte Elemente nicht verzichten. Sie benötigen unter anderem:

Selbstverständlich können Sie Ihrem Portfolio weitere Unterseiten hinzufügen und zum Beispiel einen Blog oder Onlineshop verlinken. Achten Sie nur darauf, dass Sie sich nicht verzetteln – Sie wollen Betrachterinnen und Betrachtern Ihre wichtigsten Arbeiten zeigen und sie nicht mit zu vielen Eindrücken überfordern.

Welche Arbeiten kommen ins Portfolio?

Natürlich sind Sie stolz auf Ihre Arbeiten und wollen möglichen neuen Auftraggeberinnen und Auftraggebern zeigen, was Sie können. Trotzdem sollten Sie die Arbeiten für Ihr Portfolio sorgfältig auswählen und nicht alle Projekte zeigen, an denen Sie in Ihrer Laufbahn je gearbeitet haben.

Konzentrieren Sie sich stattdessen auf Projekte, die Ihre Fähigkeiten am besten widerspiegeln. Das können besonders komplexe Projekte sein oder solche, für die Sie sehr positives Kundenfeedback oder sogar Preise erhalten haben. Wichtig ist: Wählen Sie die Highlights aus, die am besten zeigen, was Sie können.

Wollen Sie bei der Bewerbung für ein konkretes Projekt punkten, könne Sie Ihr Portfolio auch so zusammenstellen, dass es genau der von Ihnen angepeilten Zielgruppe gefällt. Achten Sie dabei stets auf einen roten Faden, der sich durch Ihr Portfolio zieht. Sortieren Sie Ihre Arbeiten zum Beispiel chronologisch oder fassen Sie ähnliche Arbeiten zu einer Gruppe zusammen.

Was müssen Sie bei Nutzungsrechten beachten?

Wollen Sie Ihr Portfolio mit einer gelungenen Arbeit bestücken, sollten Sie das niemals ohne schriftliches Einverständnis Ihrer Kundinnen und Kunden tun. Zwar liegt das Urheberrecht bei Ihnen, doch Ihre Auftraggeberinnen und Auftraggeber haben das Recht, Ihre Schöpfungen zu nutzen. Führen Sie detailliert aus, was Sie wo und wie lange veröffentlichen.

Am sinnvollsten ist es, die Nutzung bereits im Vorfeld vertraglich zu vereinbaren – so bleiben keine Fragen offen. Das ist ein sehr wichtiger Punkt, denn manche Auftraggeberinnen und Auftraggeber sind von allzu detaillierten Beschreibungen unter Umständen gar nicht begeistert. Im schlimmsten Fall kann das sogar zu Abmahnungen oder Schadenersatzforderungen führen, wie einige IT-Freelancer in diesem echten exali Schadenfall erfahren mussten: Geheimhaltungsvereinbarung verletzt.

Zeigen Sie, wie Sie arbeiten

Neben der Präsentation Ihrer Arbeiten geht es bei einem Portfolio auch darum, Ihren Schaffensprozess zu illustrieren. Zeigen Sie, was Sie zu Ihren Arbeiten inspiriert, welche Schritte Sie unternehmen und welche Zwischenstadien Ihre Arbeit bis zum finalen Resultat durchlaufen. Das macht Sie für neue Kundschaft greifbar und alle wissen genau, worauf sie sich bei einer Zusammenarbeit mit Ihnen einlassen.

Aktualität und Qualität

Besonders in der kreativen Branche ist Aktualität wichtig. Daher sollten Sie in Ihrem Portfolio nur Arbeiten aus den letzten zwei oder drei Jahren platzieren. Das zeigt nicht nur, dass Sie immer wieder an neuen Projekten arbeiten, sondern auch, dass Sie sich stetig weiterentwickeln und mit der Zeit gehen.

Doch um sich und Ihre Arbeiten von Ihrer besten Seite zu zeigen, sollten Sie nicht nur auf die Auswahl Ihrer Arbeiten achten, sondern auch auf deren Qualität. Sorgen Sie für eine gute Auflösung der Bilder und eine ordentliche Darstellung der Farben.

SEO-Optimierung

Ein gutes Portfolio macht viel Arbeit – da soll es online natürlich auch gefunden werden. Das gelingt durch Suchmaschinenoptimierung (SEO). SEO ist eine eigene Disziplin, die sich nicht „mal eben“ erlernen lässt. Ein paar Tipps sollten Sie dennoch beherzigen:

Diese drei Punkte können Sieverhältnismäßig zügig umsetzen und damit schon einiges für ein gutes Ranking in den organischen Suchergebnissen von Google tun. Wenn Sie tiefer ins Thema SEO eintauchen wollen, dann interessiert Sie vielleicht dieser Artikel: Wie geht SEO für Gründerinnen und Gründer? 6 Tipps von Expertin Lisa Rudolph.

Optimierung für mobile Endgeräte

Weiteres Optimierungspotenzial bietet die Darstellung auf mobilen Endgeräten. Ziel ist es, dass Ihr Portfolio auf Desktop und Tablet beziehungsweise Smartphone gleichermaßen ansprechend aussieht.

Dafür genügt es aber nicht, einfach eine verkleinerte Version zu erstellen, sondern die mobile Version Ihres Portfolios sollte sich auch inhaltlich von der Desktopversion unterscheiden. Überlegen Sie, auf welche Elemente Sie verzichten können und besinnen Sie sich aufs Wesentliche. Farben und Schriftarten sollten bei allem, was Sie tun, gut sicht- und lesbar bleiben.

Wie hilft ein Portfolio bei der Eigenwerbung?

Ein gutes Portfolio ist eine Arbeit, die niemals richtig endet. Doch der Aufwand lohnt sich! Denn wenn Sie diese Zeit investieren, wird Ihr Portfolio ist ein wunderbares Instrument, um Werbung für Ihr Business zu machen.