Trügerische Sicherheit: Über 50 Prozent der IT-Freiberufler haben die „falsche“ Berufshaftpflicht

„Ihre Berufshaftpflichtversicherung schützt Sie nicht! In den meisten Schadenszenarien werden Sie alleine dastehen!“ Glauben Sie nicht? Für die Hälfte der selbständigen IT-Experten ist das leider wahr! Eine Studie hat herausgefunden, dass die Mehrheit der ITler keine, beziehungsweises eine „falsche“ Berufshaftpflichtversicherung abgeschlossen hat – und zwar ohne es zu wissen! Damit berufliche Fehler nicht ihre Existenz zu Grunde richten, sollten Sie also dringend einen Blick auf Ihre Absicherung werfen.

Welche Berufshaftpflichtversicherung die Richtige ist und was die Studie sonst noch verrät, steht heute auf der InfoBase im Fokus.

Abgesichert? Ja! Richtig? Nein!

Der Projektvermittler SOLCOM hat zusammen mit exali.de 9.032 Freiberufler zum Thema Versicherung befragt und die Ergebnisse in der Marktstudie „Freiberufler und Versicherungen – Schutz für alle Fälle?” veröffentlicht.

Auf den ersten Blick wirkt die Versicherungslage entspannt: Wer verhindern will, dass ein Fehler (egal ob im Job oder privat) die eigene Existenz ruiniert schließt eine (Berufs-)Haftpflicht ab, die im Schadenfall die Kosten trägt. Darin sind sich 85,4 Prozent der Befragten einig.

Doch wer genauer hinblickt erkennt, dass laut Studie damit sowohl Privat- als auch Betriebshaftpflichtversicherungen gemeint sind und gerade mal 46,9 Prozent der Befragten über eine Vermögensschadenhaftpflicht (bei exali.de IT-Haftpflicht genannt) verfügen – welche die häufigsten Schäden im IT-, IT-Engineering und Telekommunikationsbereich abdeckt. Klartext: Der Schutz reicht nicht aus, um einen ITler umfassend abzusichern!

Welche Berufshaftpflichtversicherung brauchen IT-Experten?

Um zu verstehen, warum eine einfache Betriebshaftpflichtversicherung ITler in der Regel nicht umfassend schützt, lohnt sich ein Blick auf die Schadenfälle, die im IT-Business am häufigsten vorkommen, denn eine Betriebshaftpflichtversicherung deckt in aller Regel nur Personenschäden, Sachschäden und Folgeschäden daraus ab - und somit bei weitem nicht alle Schadenarten. Nach einer Inhouse-Studie von exali.de handelt es sich bei Schäden, die IT-Experten verursachen zu ca. 94 Prozent um sogenannte reine Vermögensschäden.Also einfach gesagt: Um finanzielle Schäden, bei denen im Vorfeld weder eine Person noch eine Sache geschädigt wurde.

Wer sich die Schadenszenarien eines IT-Experten vor Augen hält, wird zustimmen, dass ein Sachschaden eher selten vorkommt. Freilich kann es passieren, dass beim Kunden vor Ort aus Versehen ein Glas Wasser in der Tastatur landet, doch die Mehrheit der beruflichen Versehen verursacht keinen Sachschaden. Noch seltener sind Personenschäden. Ein Laptop, der im Sturzflug dem Kollegen auf den Fuß fällt, ist dann doch eher ein kurioser Sonderfall. Allerdings sind in der Regel genau jene Fälle in einer klassischen Betriebshaftpflicht versichert; das zeigt, dass diese Art der Versicherung (die viele ITler abgeschlossen haben) Schäden absichert, die nur sehr selten vorkommen.

Doch wie steht es mit Schäden, die IT-Experten vergleichsweise häufig verursachen?

Folgende Szenarien, sind dann doch eher direkt aus dem Business gegriffen: Eine Homepage, die durch einen Programmierfehler plötzlich „Schluckauf“ bekommt ist keine Seltenheit. Ebenso sind fehlerhafte Export-Dateien, die am Ende die Kundendatenbank zerschießen, ein fehlerhaftes Backup oder verschiedene Rechtsverletzungen “Schaden-Klassiker“ die sehr häufig vorkommen. Dabei wird weder eine Sache, noch eine Person geschädigt, sondern ein finanzieller Schaden (im Versicherungschinesisch = reiner Vermögensschaden) verursacht, z.B. durch den Umsatzausfall eines Webshops.

Die richtige Versicherungslösung fürs IT-Business ist wichtig!

Genau hier bereitet uns die Studie nun Bauchschmerzen, denn nicht einmal die Hälfte der Befragten (nur 46,9 Prozent) verfügt über eine spezielle Vermögensschadenhaftpflicht welche die oben beschriebenen Schäden abdecken würde! Im Klartext: Eine Berufshaftpflicht, die reine Vermögensschäden nicht absichert, ist für den ITler schlichtweg ungeeignet! Denn im Schadenfall bleibt der IT-Experte aller Wahrscheinlichkeit nach auf der Mehrzahl der Schadenersatzforderung (z.B. des Kunden) sitzen!

Wo liegen die Stolpersteine im IT-Sektor?

Die Studie gibt auch Aufschluss darüber, welche beruflichen Risiken IT-Freiberufler besonders fürchten. An erster Stelle steht der Rücktritt des Auftraggebers vom Projekt. Steigt ein Auftraggeber vorzeitig aus einem Projekt aus, kann das für den Selbständigen IT-Experten schwerwiegende Folgen haben.
Auf die Frage „Worin sehen Sie das höchste (berufliche) Risiko?“ gaben die befragten IT-Freiberufler insgesamt folgende Antworten:


 
Dabei ist festzustellen, dass die IT-Experten sowohl Schadenersatzforderungen von Dritten (z.B. fahrlässige Verstöße gegen vertragliche Leistungspflichten) wie auch Eigenschäden (z.B. Rücktritt des Auftraggebers vom Projekt oder Hacker-Schäden am eigenen IT-System) fürchten.
Eine gute IT-Haftpflicht sollte Freiberuflern und Selbständigen die Angst vor diesen Business-Risiken nehmen und die Möglichkeit bieten, die größten Risikofaktoren abzusichern. Ganz egal, ob es sich dabei um Ansprüche Dritter oder teure Eigenschäden handelt, eine gute IT-Haftpflicht lässt sich Ihren individuellen Bedürfnissen anpassen! Informationen dazu, welche Schadenszenarien zum Beispiel in der IT-Haftpflicht über exali.de (Vermögensschadenhaftpflicht) abgesichert sind, gibt es hier.

Weiterführende Informationen:

© Sarah-Yasmin Fließ – exali AG
©Bilder: SOLCOM